Oder anders gefragt: Wie kann man Geschäftsprozesse optimieren?

Am besten lässt sich das nicht mit Theorie beantworten, sondern mit echten Projekten für die Geschäftsprozess-Automatisierung, die wir umgesetzt haben.

In der Praxis zeigt sich schnell: Verschiedene Arten von Prozessautomatisierung bringen verschiedene Vorteile. Es geht um Geschwindigkeits-Gewinn, weniger Fehler, geringere Kosten, Skalierung und darum, dass Mitarbeiter wieder mehr Freiraum für die wichtigen Aufgaben haben.

Besonders in Bereichen wie Buchhaltung oder Verwaltung gibt es eine Menge Prozesse, die sich überraschend leicht automatisieren lassen.

Beispiele für automatisierte Prozesse aus Kundenprojekten

Rechnungen wurden manuell geprüft und eingetragen. Das war fehleranfällig, langsam und blockierte die Buchhaltung.

Lösung

Wir haben einen Workflow aufgesetzt, der eingehende Rechnungen automatisch erkennt, ausliest und mit Metadaten versieht. Wiederkehrende Zahlungen werden direkt freigegeben, neue Rechnungen automatisch den Kostenstellen zugeordnet und mit Zahlungszielen abgeglichen.

Mehrwert

  • Bis zu 70 % weniger Bearbeitungsaufwand
  • Keine falschen oder nicht nachvollziehbare Zuordnungen
  • Deutlich bessere Übersicht über Zahlungsziele und Liquidität

Automatisiertes Mahn- und Fristenmanagement

Zahlungsfristen wurden händisch überwacht. Das führte regelmäßig zu vergessenen Forderungen oder verspäteten Mahnungen.

Lösung

Ein automatisiertes System prüft nun täglich offene Ausgangsrechnungen. Bei Fälligkeit geht automatisch eine Erinnerung oder Mahnung raus, interne Dashboards zeigen jederzeit die offenen Beträge.

Mehrwert

  • Bis zu 80 % weniger Aufwand für Mahnläufe
  • Schnellere Zahlungseingänge sorgen für bessere Liquidität
  • Volle Transparenz über Forderungen

Automatisiertes Mitarbeiter-Onboarding

Neue Kollegen hatten am ersten Tag oft weder Zugänge noch Hardware. HR, IT und Facility mussten sich mühsam abstimmen.

Lösung

Das HR-Team stößt den Prozess im HR-Tool an. Ab dann läuft alles automatisiert: User-Anlage in den Systemen, Hardware-Prüfung und Bestellung, Schlüsselbereitstellung. Die Führungskraft bekommt Status-Updates.

Mehrwert

  • Mitarbeiter starten am ersten Tag arbeitsfähig
  • HR und IT werden entlastet
  • Alles ist sauber dokumentiert – auch für Audits

Sicheres Zugriffs-Management

Temporäre Zugriffsrechte wurden oft vergeben, aber nicht wieder entzogen – ein Sicherheits- und Lizenzrisiko.

Lösung

Mitarbeiter beantragen Rechte über ein Formular. Nach Freigabe werden Berechtigungen automatisch gesetzt und bei Ablauf wieder entfernt.

Mehrwert

  • Schnelle Bereitstellung ohne IT-Aufwand
  • Höhere Sicherheit durch konsequente Entzugs-Logik
  • Weniger unnötige Lizenzkosten

Automatisierter Verzeichnis-Cleaner

Tauschverzeichnisse liefen mit alten Dateien voll, was Speicher fraß und unübersichtlich wurde.

Lösung

Das System löscht Dateien nach definierten Fristen automatisch – fragt vorher aber nach, ob sie noch benötigt werden.

Mehrwert

  • Geringere Kosten für Speicherplatz
  • Weniger Datenmüll, geringeres Sicherheitsrisiko
  • Saubere Grundlage für künftige KI-Projekte

Automatisiertes Bereitschafts- und Eskalations-Management

Bei Störungen außerhalb der Arbeitszeit musste oft mühsam telefonisch geklärt werden, wer zuständig ist. Das machte das Organisieren des Bereitschaftsdienstes aufwendig.

Lösung

Die Automatisierung prüft Schichtpläne und ruft den zuständigen Mitarbeiter per Voicebot an. Reagiert dieser nicht, wird automatisch eskaliert.

Mehrwert

  • Reaktionszeiten verkürzen sich deutlich
  • Vorgesetzte müssen nicht mehr koordinieren
  • SLA-Vorgaben werden zuverlässig eingehalten

Digitale Genehmigungs-Workflows

Reiseanträge, Beschaffungen oder Budgetfreigaben wurden auf Papier genehmigt. Anträge gingen verloren oder blieben liegen.

Lösung

Mitarbeiter senden den Antrag per Mail. Das System erkennt den Typ, prüft die Vollständigkeit der Angaben und fordert fehlende Infos automatisch nach. Danach geht alles direkt an den richtigen Genehmiger.

Mehrwert

  • Bis zu 50 % schnellere Bearbeitung
  • Keine verlorenen Anträge mehr
  • Jeder Schritt ist dokumentiert und nachvollziehbar

Weitere Beispiele für Prozessautomatisierungen

Die oben genannten Projekte sind nur ein Teil dessen, was möglich ist. Weitere sinnvolle Anwendungsfälle – besonders spannend für Geschäftsführer und IT-Leiter im produzierenden Gewerbe – sind zum Beispiel:

  • Synchronisierung von Lagerbeständen zwischen ERP und Online-Shop
  • Automatisierte Angebotserstellung auf Basis von Kundenanfragen
  • Digitale Zeiterfassung mit Übergabe in die Lohnbuchhaltung
  • Automatisierte Service- und Wartungstickets für Maschinen
  • Self-Service-Portale für Mitarbeiter (z. B. Passwort-Resets)
  • Integration von Produktionsdaten in Reporting- und BI-Systeme

Fazit: Wie kann man Geschäftsprozesse optimieren?

Mit Prozessautomatisierung. Und dabei geht es nicht darum, Menschen zu ersetzen, sondern Routinetätigkeiten so gut es geht “abzugeben”, damit die eigenen Mitarbeiter mehr Zeit gewinnen, um an ihren wertschöpfenden Kernaufgaben zu arbeiten.

Wer seine Prozesse Schritt für Schritt analysiert und die passenden Automatisierungen einführt, gewinnt Zeit, Qualität und Planungssicherheit.

Der Artikel ist von

Marian Becker

Marian Becker führt das Automatisierungsteam bei SAC und verantwortet die Umsetzung sowie Weiterentwicklung von Automatisierungslösungen für interne und externe Prozesse.

FAQ

Welche Geschäftsprozesse lassen sich automatisieren?

Besonders in Buchhaltung und Verwaltung lassen sich viele Prozesse automatisieren. Beispiele aus Kundenprojekten sind die Eingangsrechnungs-Verarbeitung, das Mahn- und Fristenmanagement, das Mitarbeiter-Onboarding und das Zugriffs-Management. Alle bringen mehr Geschwindigkeit, weniger Fehler und mehr Transparenz.

Was bringt die automatisierte Rechnungsverarbeitung?

Eingehende Rechnungen werden automatisch erkannt, ausgelesen und mit Metadaten versehen. Wiederkehrende Zahlungen gibt das System direkt frei, neue Rechnungen ordnet es Kostenstellen zu und gleicht sie mit Zahlungszielen ab. Das senkt den Bearbeitungsaufwand um bis zu 70 Prozent und verbessert die Übersicht über die Liquidität.

Wie hilft Automatisierung beim Onboarding und Zugriffs-Management?

Beim Onboarding stößt das HR-Team den Prozess an, danach laufen User-Anlage, Hardware-Prüfung und Bereitstellung automatisch. Neue Mitarbeitende sind am ersten Tag arbeitsfähig. Beim Zugriffs-Management werden Berechtigungen nach Freigabe automatisch gesetzt und bei Ablauf wieder entzogen, was Sicherheits- und Lizenzrisiken reduziert.

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